Blog 08.08.2025

"sà-wàt-dii khâ (สวัสดี ค่ะ)" Keine Ahnung wie oft ich das in den letzten 7 Tagen gesagt habe. Unzählige Male. Denn sà-wàt-dii khâ heißt so viel wie "hallo" auf Thai. Sobald ich aus dem Haus trete und einer Person begegne, die entweder eine höhere soziale Stellung hat oder älter ist als ich, also zum Beispiel jede Lehrerin und jeder Lehrer an der Schule, an welcher ich als Lehrassistenz arbeite, muss ich sie höfflichkeitshalber mit diesen Worten und dem Wai, begleitet von einer kleinen Senkung des Kopfes Grüßen. "Wai" ist folgende Geste: Ich lege meine Hände vor meiner Brust aneinander und führe sie je nach Höflichkeitsstufe an mein Kinn, Nase oder im Angesicht eines Monks oder des Königs an die Stirn.

(Ich bin mir unsicher ob es mit zusteht diese Alltagsetikette zu bewerten.) Zum einen kann ich nicht abschätzen, ob ich auf Dauer angetan wäre von dieser Art gezwungener Höflichkeitsformel. Auf der anderen Seite genieße ich den Respekt der zwischen allen zu herrschen scheint. Ich fühle mich respektiert und bekomme die Gelegneheit meinen Respekt gegenüber anderen auszudrücken, selbst wenn es nur in einem Moment des Vorbeilaufens geschieht.

Aber ich den letzten Tagen habe ich nicht nur gelernt, wie ich mich verhalte wenn ich einer Lehrerin entgegenkomme. Ich habe es fast perfektioniert nur mit Löffel und Gabel zu essen, dabei ist der Löffel das Hauptbesteck, ich kann mich auf Thai grob vorstellen und habe nicht nur einen Supermarkt besucht, sondern war auch auf einem Markt, obwohl ich mit den Lebensmitteln dort noch nicht viel anfangen kann. Wo man auf einem Wochenmarkt in Deutschland, Kartoffeln, Möhren, Radieschen, Tomaten und Gurken, Äpfel, Birnen, Orangen und Fisch bekommt liegen auf dem thailändischen Markt in Krasang (der Ort in dem ich wohne) Ananas, Durian, Guaven und Rambutan, Sträucher voll Longans und Haufen an Drachenfrüchten. Gemüse bestehet unter anderem aus Chinakohl, 8 cm großen Gurken, Möhren, schwarzen Kürbissen, Frühlingszwiebeln und vielen Gemüse- oder Kräutersorten dessen Namen ich nicht kenne. Neben jenen Lebensmitteln gibt es einige Stände mit rohem Fleisch und Fisch, auch gegrilltem Fleisch oder Fisch und welche die Suppen oder Brühen in Tütchen verkaufen. Aber der Markt isz nicht das einzige was sich von seinem Deutschen Equivalent unterscheidet. Die Supermärkte die ich bisher, jedenfalls in dieser Kleinstadt, besucht habe, weisen ein, zum Großteil, sehr anderes Sortiment auf als ich es gewohnt bin. Es gibt sehr wenige bis gar keine Milchprodukte, im Gegensatz zu den Märkten auch eher wenig Gemüse und Obst und da in Thailand nicht, wie zum Beispiel in Europa, mit süßen Aufstrichen, Aufschnitt und Brot oder Brötchen gefrühstückt wird, natürlich auch alles was diesem angehört (Butter/Aufschnitt/Früchstückscremes/herzhaftes Brot in irgendeiner Form). Nochmal auch in Bezug auf den Markt, weiß ich leider weder wie man etwas auf Thai kauft, noch habe ich eine Ahnung was ich mit dem Großteil dieser Lebensmittel zubereiten könnte. Aber das ist der Grund aus dem ich den Kurs Thai-Kochen belegt habe. Einmal die Woche lerne ich für zwei Stunden thailändische Gerichte zu kochen. Im Moment ernähre ich mich neben dem 

Kantinenessen von Toast mit Marmelade aus einer Tube, Früchten wie Ananas und Drachenfrucht und Milch. Aber auch in dem kleinen Shop auf dem Schulgelände gibt es etwas das mir sehr gefällt und zwar haben sie neben allen möglichen Arten von Softdrinks und Getränken, sowohl in Plastikflaschen als auch Mini-Tetrapacks, eine Reihe warmer Töpfe mit Würstchen und ähnlichem, sowie einen wärmenden Glasschränkchen mit gefüllten Teigtaschen. Sogenannten Salapao (ซาลาเปา). Wikipedia sagt Baozi (so heißen Salapao in China) sind chinesische, gedämpfte Hefeteigtaschen, die mit verschiedenen herzhaften oder süßen Füllungen zubereitet werden. Also sie kommen wohl ursprünglich aus China.

Apropos China. Ich teile mir das kleine Haus in dem ich wohne mit der Chinesisch-Lehrerin unserer Schule. Sie ist außerdem gebürtige Chinesin und spricht ebenfalls kein Thai, demnach verständigen wir uns auf Englisch. So wie ich sie die letzte Woche kennengelernt habe, ist sie eine sehr liebe Person, sie hat mich zum Markt begleitet und mir geholfen dort Früchte zu kaufen, die Geräte im Haus gezeigt, mir meine Fragen bezüglich der Kleiderordnung in der Schule beantwortet und sogar ein Abendessen Gericht gemacht damit ich es probieren kann.

In Thailand hat jeder Wochentag eine Farbe. Montag ist gelb, Dienstag rosa, Mittwoch grün, Donnerstag orange, Freitag blau, Samstag lila und Sonntag ist rot. In vielen Schulen muss man sich jeden Tag entsprechend dieser Farben kleiden. An meiner Schule weichen die Regeln allerdings von dieser Liste ab. Montags tragen alle Lehrer und Lehrerinnen eine braune Uniform für Beamte, als Lehrassistenz ist es mir an dieser Stelle mehr oder weniger freigestellt welche Farbe ich trage. Letzte Woche habe ich einen schwarzweißen Rock mit einem weißen Hemd angezogen. Dienstags gibt es ebenfalls keine Kleiderordnung in Bezug auf die Farbe, Mittwoch ist es blau, Donnerstags ziehen wir Sportoutfits an, dafür habe ich ein pinkes T-Shirt bekommen und trage dazu eine schwarze Jogginghose und meine braunen Sneaker. Freitags ist die Farbe ebenfalls blau. Bisher habe ich nur ein blaues Hemd, allerdings wird hier vorausgesetzt, dass man jeden Tag der Woche etwas anderes, oder wenigstens ein anderes Oberteil anzieht, also benötige ich noch ein weiteres blaues Oberteil. An allen anderen Tagen abgesehen von Donnerstag trage ich außerdem schwarze Pumps mit einem Klettverschluss Riemchen, damit ich schnell aus ihnen heraus komme, weil ich im Büro, welches ich mir mit drei anderen Lehrerinnen meiner Abteilung (alle drei unterrichten Englisch) teile, meine Schuhe gegen Schlappen tauschen darf. Die Schüler und Schülerinnen müssen außerdem bevor sie eines der Gebäude auf dem Schulgelände betreten immer ihre Schuhe ausziehen und laufen demnach überall im Gebäude auf Socken herum.

Wenn ich in einem Unterricht assistiere, gehe ich meist schon zu der auf dem Stundenplan stehenden Uhrzeit zum entsprechenden Klassenraum, obwohl die Lehrerin meist später ankommt, aber so garantiere ich, dass ich auf jeden Fall nicht später als sie ankomme. 

Blog 10.08.2025

Eine Lehrerin hat mich heute eingeladen, nicht nur mit ihr in ihren Heimatort zu fahren, sondern auch Elefanten anzusehen.

Okay, zugegeben, das mit den Elefanten hatte ich mir etwa wie folgt vorgestellt: Wir fahren zu einem Nationalpark und steigen entweder auf eine Aussichtsplattform, um in der Ferne Elefanten durch den Wald stapfen zu sehen, oder wir gehen höchstens bis auf zwanzig Meter heran, um diese Tiere in mehr oder weniger freier Wildbahn in Thailand zu erleben.

Stattdessen sind wir in einen Elefantenpark gefahren. Auf der einen Seite war das Erlebnis viel aufregender, als das bloße Betrachten der gigantischen Tiere vermutlich gewesen wäre, und wir konnten sie hautnah erleben. Nicht nur haben sie zum Beispiel Fußball und Basketball gespielt, sondern man konnte auch auf ihnen reiten, sich von ihrem Rüssel tragen lassen und sie füttern. Auf der anderen Seite ist diese Art der Haltung und Zurschaustellung natürlich Tierquälerei. Die Tiere leben nicht in Freiheit, sondern werden gezwungen, Kunststücke aufzuführen und den ganzen Tag Menschen durch die Gegend zu tragen.

Anschließend sind wir zu einem Einkaufszentrum in Surin gefahren und haben dort Mittag gegessen. Ich habe zum ersten Mal Pad Thai gegessen, das – wie ich gehört habe – vor allem unter Touristen in Thailand ein sehr beliebtes Gericht ist. Trotz ein bisschen Schärfe war es sehr lecker, aber nicht das Beste, was ich bisher hier gegessen habe, würde ich sagen.

Danach sind wir zurück in das Dorf gefahren, aus dem die Lehrerin stammt, die mich heute mitgenommen hat. Dort haben wir ihre Mutter getroffen. Sie und einige andere ältere Damen haben mir gezeigt, wie man aus dem Kokon einer bestimmten Raupe zunächst Fäden spinnt und diese später zu einer Decke, einem Rock oder einem Schal verwebt.

Die Kokons sind gelb und werden gekocht. Dabei musste ich einen Faden, aus mehreren der kleinen Kokons gleichzeitig, durch einen Stab mit Schlitz ziehen, bevor ich dann den Faden mit der anderen Hand in einen Korb gleiten lassen konnte. Diese Fäden werden gefärbt und anschließend in riesige Webrahmen eingespannt, wo sie zu wunderschönen Mustern weiterverarbeitet werden.

Auf der Rückfahrt vom Einkaufszentrum haben wir außerdem Früchte an einem der unzähligen Stände am Straßenrand besorgt, die ich dann probieren durfte. Am besten hat mir die Mangostane geschmeckt. Longans sind auch lecker, aber sehr süß, und dann habe ich noch eine Nashi-Birne gegessen. Die ist natürlich ebenfalls sehr lecker.

Die Lehrerin fragte mich, ob wir in Deutschland auch Kokospalmen hätten. Als ich mit „Nein, absolut keine“ antwortete, holte ihre Mutter mir eine Kokosnuss von einer der Palmen auf dem Grundstück, öffnete sie und gab sie mir zuerst zum Trinken des Wassers und anschließend zum Auslöffeln des Fruchtfleisches. Sie meinte, dass sie nicht süß schmecken, wenn sie gerade erst gepflückt worden sind. Ich fand das Wasser jedoch schon an diesem Punkt ziemlich süß, auch wenn es nicht nach dem typischen Kokosgeschmack schmeckte. Trotzdem war das Wasser sehr lecker. Das Fruchtfleisch dagegen war eher geschmacklos, neben seiner sehr weichen Konsistenz, ein bisschen wie milchig-weißes Gelee.

Bevor wir wieder fuhren, packte mir die Lehrerin noch Früchte von den eben genannten sowie eine kleine Tüte voll Reis ein, den ihre Familie selbst anbaut.

Ich habe an diesem Tag unglaublich liebe Menschen aller Altersstufen getroffen, spannende Erlebnisse gehabt und sehr lecker gegessen.

Blog 12.08.2025

Es ist ein langes Wochenende, weil am Dienstag ein Feiertag ist. Gefeiert werden die Mütter, insbesondere die Königin, die am 12.08. Geburtstag hat. Der Feiertag ist übrigens auch als Muttertag bekannt. Als ich Montag aufgestanden bin, habe ich auf meinem Handy nach Zugverbindungen nach Buri Ram geschaut und gesehen, dass man diese 4 Stunden im Voraus buchen muss. Also habe ich den Ausflug spontan auf heute verschoben.

Buri Ram ist ungefähr die nächste große Stadt hier in der Nähe. In meiner Gegend gibt es zwar verschiedene Supermärkte, einen Markt und auch einige andere kleine Läden. Aber weder Sehenswürdigkeiten noch ein wirklich großes Sortiment. Deshalb dachte ich, ich nutze diese freien Tage, an denen ich sowieso eigentlich nichts zu tun habe. Nebenbei: Buri Ram ist außerdem nicht nur der Name einer Stadt, sondern auch der Name der Provinz, in der sowohl die Stadt als auch meine Ortschaft liegen.

Also habe ich um 10 Uhr den Zug nach Buri Ram genommen. Gebucht habe ich mein Ticket über eine App (12Go), man kann es aber auch am Bahnhof kaufen. Von dort aus wurde es dann allerdings schon schwieriger, weiterzukommen. Die Sehenswürdigkeiten lagen nicht nur relativ weit von der Bahnstation entfernt, an der ich in Buri Ram angekommen bin, sondern auch weit voneinander. Den ersten Tempel habe ich noch in 20 Minuten zu Fuß erreicht. Dabei muss ich anmerken, dass mir in den letzten Tagen aufgefallen ist, dass ich, wann immer ich unterwegs war, fast immer eine der wenigen Fußgängerinnen war. Alle anderen fuhren entweder mit dem Roller auch sehr kurze Strecken oder eben mit dem Auto. Angesichts der Hitze und der Entfernungen ist die Fortbewegung zu Fuß auch nicht besonders empfehlenswert.

Auf dem Weg zur nächsten Statue hat mich Google Maps dann bis zu einer Schnellstraße geführt, an der auch kein Bürgersteig mehr entlanglief. Aufgrund mangelnder Alternativen, wie zum Beispiel Bahn oder Bus, die in dieser Stadt praktisch nicht vertreten sind, habe ich mir ein Taxi bestellt. Dabei handelt es sich um ein Motorroller-Taxi (inklusive Fahrer natürlich), das ähnlich wie Uber über eine App (Grab) funktioniert und unglaublich günstig ist.

Ich war anschließend bei einer sehr großen goldenen Buddha-Statue, die man über eine lange Treppe einen Berg hinauf erreicht. Wahrscheinlich muss ich nicht extra erwähnen, wie sehr man hier schon bei geringster Anstrengung schwitzt. Diese Treppe bei 35 °C hinaufzusteigen war also nicht nur anstrengend, sondern machte es auch unvermeidlich, völlig nass oben anzukommen. Aus diesem Grund ist es hier üblich, mindestens zweimal pro Tag zu duschen, wenn nicht sogar dreimal.

Ich habe mir außerdem ein thailändisches Schloss angeschaut, war in einem botanischen Garten und in einem Einkaufszentrum, in dem ich abends gegessen habe, allerdings in einem japanischen Imbissrestaurant. Als ich wieder zurück am Bahnhof war, habe ich mir eine Limonade in einem sehr geschmackvollen Café und frittierte Teigbällchen an einem Stand am Bahnhof geholt. Überraschenderweise konnten tatsächlich einige Leute, bei denen ich etwas gekauft habe, ein wenig Englisch. Vermutlich, weil es sich schon um eine etwas größere Stadt handelt als die, in der ich wohne.

Trotzdem ist die Kommunikation meist schwierig. Selbst wenn mein Gegenüber ein paar Worte Englisch sprechen und auch verstehen kann, ist es für mich mit meinen beschränkten Englischkenntnissen oft nicht leicht, die stark akzentgeprägten Worte zu verstehen. Noch schwieriger ist allerdings das Bestellen. Wenn auf der Speisekarte kein Bild wäre oder ich nicht einfach auf das Gericht zeigen könnte (wie an den Ständen), wäre ich vermutlich aufgeschmissen. Und am Ende bin ich mir meistens nur zu maximal 60 % sicher, was für ein Gericht ich bekomme. Selbst wenn der Name nicht in thailändischer Schrift, sondern in lateinischen Buchstaben geschrieben ist, habe ich oft keine Ahnung, was mich erwartet.

Trotz ein paar Schwierigkeiten habe ich diesen ersten eigenen Ausflug jedoch sehr genossen und freue mich darauf, noch mehr in der Gegend, in der ich wohne, zu erkunden.

Blog 24.08.2025

Ein Schwimm-Erlebnis mit Cup-Noodle-Abendessen

Eine Lehrerin aus dem Büro in welchem ich arbeite hat mich und eine weitere Lehrerin für heute zu dem Verlobungsessen ihrer Schwester eingeladen. Auf die Nachfrage, ob ich etwas besonderes anziehen soll, hat sie gesagt, dass es sich nicht um so eine offizielle Veranstaltung handelt und sie würde mir lediglich empfehlen etwas in die Richtung rosa oder pink zu tragen. Da meine Garderobe bedingt meiner Situation allerdings beschränkt ist habe ich es einfach bei Jeans und T-Shirt belassen. Im Nachhinein war das sogar eher eine gute Idee, denn als ich um 10.30 Uhr bereit vor der Wohnungstür stand und um 11 Uhr immer noch niemand gekommen war um mich abzuholen, hat mir die Lehrerin auf meine Nachfrage ob ich mich in der Uhrzeit vertan hatte mitgeteilt, dass die Lehrerin, welche mich mitnehmen sollte die Verantstaltung vergessen hatte. Anschließend hat mich die Lehrerin welche mich eingeladen hatte doch noch abgeholt, etwa ein-einhalb Stunden später als vereinbart. Wir sind zu ihrem Elternhaus, wo die Feier bereits vorbei war und die Familienmitglieder sich ausruhen oder bereits Dekorationen wieder entfernen. Ich habe mit der Lehrerin gemeinsam Mittag gegessen. Klebreis mit allerlei Speisen zum teilen. Zum Beispiel gab es gekochtes Hähnchen, Omlett und Bratfisch. Aber üblich ist auch der thailändische Salat Som Tam, Papaya Salat, den es in unglaublich vielen Varianten gibt.
Er heißt immer Papaya Salat auch wenn er zum Beispiel mit Mais ist, oder ein anderer mit Bohnen. Ich weiß nicht genau wieso, vermutlich auf Grund des Dressings. Für gewöhnlich ist der außerdem sehr stark gewürzt also ziemlich scharf aber man kann ihn auch ohne oder mit wenig Schärfe bestellen. Geschmacklich unterscheiden sich die Sorten zum Teil auch, aber solange er nicht zu scharf ist, zählen einige Varianten des Salates mitlerweile zu meinen lieblings Gerichten der thailändischen Küche.
An diesem Tag habe ich außerdem zum ersten Mal Thai Tea getrunken. Das ist ein orangefarbener sehr süßer Tee, es beinhaltet auch Koffein und sieht aber aus wie zum Beispiel Multivitaminsaft. Schmeckt nur natürlich anders, aber durchaus sehr lecker.
Zum Nachtisch gab es Wassermelone und ein Viertel Kambocha Kürbis gefüllt mit einem Kokosnusmilch-Gelee. Es war wirklich alles super lecker.
Anschließend bin ich mit der Lehrerin und ihrer kleinen Tochter in die Stadt gefahren. Dort waren wir erst in einem Salon zum Lasern von Körperbehaarung. Während sich die Lehrerin hat behandeln lassen, haben ihre Tochter und ich im Eingangsbereich gewartet und kostenlose Getränke angeboten bekommen. Die Wahl war zwischen Wasser und rotem Wasser. Und dieses sah auch genau so aus, leuchtend rot und es hat etwas süßlich geschmeckt. In der selben Stadt sind wir schließlich zu dem Kanal gegangen, an welchem auch der Wochenend Food Market stattfindet, der zu dem Zeitpunkt aber erst in ein paar Stunden öffnen würde. Wir sind stattdessen zu einem Massage Platz gegangen, an welchem bestimmt an die 30 Personen auf Plastikstühlen unter einem offenen Dach von jeweils einer Person massiert wurden.

Die Option war Füße, inklusive Beine oder Schultern inklusive, Nacken, Arme, etc. 200 Baht für 45 Minuten, das sind etwa 5,28 €. Ich habe mich für Oberkörper entschieden, also Schultern, Arme, etc. Einige Handgriffe haben deutlich Verspannungen in meinen Muskeln gelöst, bei anderen Teilen bin ich mir unsicher ob sie gut oder weh getan haben und ob ihr Effekt dann evtl. das Gegenteil bewirkt. Am nächsten Tag hatte ich leider tatsächlich Schmerzen im Nacken und Schulterbereich, aber ich kann nicht genau sagen ob das in Folge der Massage war, oder ob ich in der Nacht falsch gelegen habe. Danach sind wir dann jedenfalls zu einem Schwimmbad gefahren. Es hat zu dem Zeitpunkt leicht angefangen zu regen. In weiser Vorraussicht, sind wir aber zu einem überdachten Becken gefahren. An diesem Nachmittag, waren wir beinahe die Einzigen in der Einrichtung und als wir uns dann umgezogen hatten, waren auch die anderen Gäste gegangen und wir hatten das ganze Becken für uns. Der Eintritt war meine ich, etwa 80 Baht pro Person, das sind 2,11 €. Nach vielleicht einer Stunde oder möglicherweise auch etwas mehr sind wir wieder gefahren und haben dabei eine Pause bei einer Ladesäule für das Auto gemacht. Auf dem Rastplatz waren nicht nur auch kostenlose Toiletten, ein Amazon Café, das ist ähnlich zu Strabucks Cafés, sowie natürlich auch herkömmliche Tanksäulen, sondern auch ein 7/11. Also ein Convenience Store, ein Supermarkt. Kurzfristig haben wir uns dann entschieden dort Abendessen zu kaufen. Dieses bestand aus Instant Nudeln aus Cups, einem Käse mit Spinat für die Microwelle und einem Thunfisch Onigiri in meinem Fall. Heißes Wasser bekommt man kostenlos im Geschäft und den Käse haben die 7/11 Mitarbeiter für uns aufgewärmt. Das ist ein üblicher Service in den Convenience Stores hier. Wenn du ein Gericht für die Microwelle kaufst, wirst du für gewöhnlich gefragt ob du das aufgewärmt haben möchtest. Auch bekommt man in ich glaube allen Supermärkten hier so Limonaden, Tees oder Kaffee mit Eis in To-Go Plastikbechern, zum Teil auch Bubble-Teas.
Wir haben uns noch darüber unterhalten, wie ungesund diese Instant Nudeln sind und dass wir als Problem beobachten konnten, dass so viele Schüler und Schülerinnen an der Schule, diese, und süße Getränke, wie Bubble Tea, jeden Tag von früh bis spät konsumieren.
Damit hat sie mich schließlich wieder nach Hause gebracht und als mich die Straßenhunde vor der Haustür empfangen haben, habe ich mich so beeilt ins Hauszukommen ohne das die Hunde mir dorthin folgen (weil es sehr schwer ist, diese wieder aus dem Haus rauszubekommen wenn sie erstmal drin sind), dass ich mir ein kleines Loch in mein bestes T-Shirt gerissen habe. Glücklicherweise hat meine Mutter mir Nadel und Faden eingepackt, der zufälligerweise ebenfalls weiß war, und so war ich mehr oder weniger gezwungen herauszufinden wie ich dieses Loch möglichst effektiv und gleichzeitig möglich unsichtbar zunähe mit beinahe 0 Hand-Näh-Erfahrung. Aber es ist alles geglückt und nach der Waschmaschiene ist das Loch nicht nur immer noch zu sondern die Stelle ist von außen auch beinahe nicht mehr zusehen.

Blog 30.08.2025

Beeindruckende historische Parks und die beste Massage meines Lebens - Ich träume immer noch vom anschließenden Geruch meiner Haare

Neues Wochenende. Neuer Ausflug. Diesmal mit zwei anderen Lehrerinnen, der Plan war die Besichtigung eines historischen Parks. Das Wetter an diesem Tag, war mehr oder weniger bewölkt und ab und zu hat es auch angefangen zu niesen aber insgesamt hat dieses Wetter den Aufenthalt draußen angenehmer gemacht als er in strahlendem Sonnenschein vermutlich gewesen wäre. Der Park zu dem wir gefahren sind, war noch weiter im Süden aber immer noch innerhalb unserer Provinz Buri Ram, allerdings weiter näher an der Landesgrenze zu Kambotscha und dabei sowohl eine Stunde von Krasang also dem Ort meiner Schule und Wohnung, sowie eine Stunde von der Grenze entfernt.
Der besagten Park bestand vor allem aus einem alten thailändischen Schloss, im Inneren der Mauern befand sich neben großen Grünflächen ein großes Gebäude mit Steinsoldaten an den Eingängen und anderen Figuren im Inneren. Auf der Rückseite des Schlosses sind mehrere quadratische Teiche angelegt mit Seerosen, sowie eine sehr sehr lange Treppe nach unten umgeben von einem Wald. Nach der Erkundung der großen Anlage, sind wie weiter gefahren zu einem anderen Park ebenfalls mit einem alten historischen Schloss, welches allerdings weit weniger in Stand war und mehr Ruinen als ein tatsächliches Gebäude darstellte. Dafür hatte das Gelände weit größere und schönere Teiche mit riesigen Bäumen und ebenfalls einem inneren Schlosshof. Einige Zeit und viele viele Fotos später haben wir den Park wieder verlassen und uns für Mittagessen entschieden. In dem Restaurant, haben wir Klebe Reis (Sticky Rice) mit verschiedenen Beilagen zum Teilen bestellt. Dabei auch den im letzten Blog erwähnten Papaya Salat in nicht scharfer Version und der war wirklich super lecker. Aber natürlich gab es auch noch einige andere sehr sehr leckere Gerichte, wie zum Beispiel fritiertes, wie auch gebratenes Schweine Fleisch, ein gebratenes Hähnchen und zwei sehr scharfe Gerichte, dessen genaue Bestandteile ich nicht sagen, kann, weil ich sie lediglich, um des Erfahrungswillen probiert habe. Es handelte sich möglicherweise ebenfalls um eine Art Salat, eines war mit fritierten Meertieren und Tomaten, das andere mit Schweine Fleisch und roten Zweibeln.

Als Beilage gab es außerdem Gurken, Kohl und verschiedene Bündel Kräuter sowie verschiedene süße und scharfe Soßen für das Fleisch. Wenn man ein Restaurant besucht, gibt es zudem immer kostenloses Wasser und Eis, welches man sich für gewöhnlich selber holt und oft aus Metall oder Plastik Tassen beziehungsweise Bechern getrunken wird. Danach haben wir einen Stop bei einem Amazon Café eingelegt und ich habe mir einen Kakao mit dunkler Schokolade gekauft, natürlich mit Eis. Anschließend sind wir zum wikrlich Highlight des Tages gefahren, und zwar hatten die beiden Lehrerinnen für heute einen Termin in einem Salon für Haarwasch-Massagen und obwohl ich keine Reservierung hatte, konnte ich nachdem die beiden fertig waren, ebenfalls noch eine Massage bekommen. Dabei musste ich erst mein Oberteil gegen ein kuscheliges Hemd tauschen, vermutlich um das Nasswerden meiner Kleidung zu verhindern und als ich dann auf der Liege lag, wurde meine Kopfhaut massiert, meine Haare wurden nass gemacht, mit verschiedenen Shampoos behandelt und während ein Boden mit Wasserstrahlen über meinem Kopf hoch und runter gefahren ist, wurden auch meine Arme und Finger massiert. Nach dem mehrfachen massieren und waschen, hat die Masseurin meine Haare gewöhnt und gekämt und ich habe mich noch nie in meinem Leben so entspannt gefühlt wie zu diesem Zeitpunkt. Meine Haare sahen außerdem so gepflegt aus, wie sie bestenfalls nach dem Frisör aussehen und haben so gut gerochen, wie noch nie zuvor! Nach diesem wunderbaren Erlebnis haben wir einen kurzen Abstecher zum Wochenend Food Market gemacht, da der Salon zufällig auch in Buri Ram ist. Mit frischen Dumplings und einem Smoothie aus selbst ausgesuchten Früchten sind wir dann wieder nach Hause gefahren und seit dem spüre ich das unbändige Verlangen diese Massage zu wiederholen. Diese war übrigens zu einem Preis von 500 Baht also 13.20 €, was nicht wahnsinnig viel ist aber auch nicht so wenig im Vergleich zu vielen anderen Servicen in Thailand.
Fakt ist jedenfalls: Ich hatte einen wunderbaren Tag.

Blog 29.09.2025

Inside Wissen während alles schief läuft - Und es ist vermutlich meine Schuld

Heute erzähle ich nicht von einem einzigen Tag sondern gebe ein generelles Update zu meinem Alltag, Dingen die ich gelernt und erlebt habe und berichte von allen möglichem, interessanten, verblüffenden, fragwürdigem, und auch negativem das mir in den letzten Wochen begegnet ist, und dessen ich mich hatte stellen müssen.
Denn ich bin jetzt fast zwei Monate hier, und auch wenn ich schon tolle Sachen erlebt habe, führe ich die meiste Zeit einen mehr oder weniger banalen Alltag und musste mit der ein oder anderen Sache klar kommen, die leider fürchterlich schief gelaufen ist.
Als ich die erste Begegnung mit einer Kakerlake im Haus hatte bin ich vor Angst- Ekel? Fast gestorben. Ich hab den Raum sofort verlassen, bin nach Stunden wieder runter gekommen und war so froh, dass das Insekt sich wieder verkrochen hat, dass ich schnell die ganze untere Etage unseres kleinen Hauses gefegt habe und möglichen Dreck den ihr hervorkommen zur Folge gehabt haben könnte entferne. Mitlerweile musste ich allerdings feststellen, dass dieses Krabbeltierchen hervorkommen wie es ihnen beliebt und es keinen Unterschied macht ob gefegt ist oder nicht. Von daher habe ich mich gezwungen gesehen ihre Existenz zu akzeptieren und erschreckend mich nicht mehr wenn ich sie -eigentlich auch nur nachts, beziehungsweise wenn es draußen dunkel ist- irgendwo herum krabbeln sehe. Alles worum ich bitte ist, dass sie nicht auch in meinem Zimmer blicken lassen.
An irgendeinem Punkt ist dann plötzlich das Heizgerät meiner Dusche ausgefallen und seit dem dusche ich tatsächlich mit dem weder geheizten noch gekühlten Wasser aus der Leitung. Ich hätte mittlerweile schon mal meiner Ansprechperson in der Schule davon berichten können, damit sie dieses Phänomen dem Hausmeister weiterleiten kann, um das Gerät zu reparieren. Allerdings ist innerhalb kurzer Zeit dann auch plötzlich das Licht in meinem Badezimmer ausgefallen und von daher habe ich es für dringender gehalten, dass dieses erstmal wieder funktioniert. An dieser Stelle kam es mir ein bisschen unpassend vor direkt mit zwei Problemen vor meine Advisorin zu treten also gebe ich der Situation etwas Luft bevor ich, um die Reperatur des Heizgerätes bitte. (Sag mir, dass du deutsch bist ohne mir zu sagen, dass du deutsch bist.) Davon abgesehen, sind die Temperaturen hier warm genug, damit eine mittel-kalte Dusche in 90% der Fälle eine willkommene Abkühlung ist.
Ich glaube ich habe in einem früheren Eintrag von dem Pulver erzählt, welches ich die ersten Wochen jeden Morgen zu mir genommen habe, um nicht sofort von dem neu und fremden Essen ausgenockt zu werden. Natürlich, war dieses dann irgendwann aufgebraucht, aber weil weder Nachschub in Sicht war, noch ich das Gefühl hatte, dass mein Magen bisher besonders empfindlich reagiert hat, habe ich mich damit abgefunden und aber weiterhin genauso alles zu mir genommen, was mir probierenswert erschien. Vor etwa einem Monat ist dann, dass Unausweichliche passiert. Und zwar hatte ich (vermute ich jetzt einfach mal ganz mutig) eine Lebensmittelvergiftung. Ob das allerdings an fehlendem Pulver lag oder an der Verdorbenheit des Gerichts, kann ich nicht genau sagen. Noch viel wahrscheinlicher und wesentlich tragischer ist jedoch, dass es absolut und komplett meine Schuld war. Die Märkte mit Speisen hier haben wie ich schon berichtet habe, nicht nur rohes Gemüse, Obst und Fleisch oder Fisch zur Auswahl, welches der Käufer am Ende noch selbst zubereiten muss, sondern es werden auch mehr oder weniger fertige Gerichte verkauft, die nur noch auf einen Teller gegeben werden müssen, oder direkt aus der Tüte verzehrt werden können. Unter dieser Auswahl an Speisen sind auch unzählige Arten von Brühen, mit oder ohne Gemüse und Fleisch oder ähnlichen Zutaten. Diese werden in kleinen Plastiktüte verkauft und sind bereits heiß zubereitet und können theoretisch direkt mit einer Handvoll Nudeln gegessen werden. Und da ich generell sehr gerne Brühen beziehungsweise Nudelsuppen esse habe ich mir eben eine jene Brühe gekauft und allerdings zusammen mit Reis verzehrt und war sehr begeistert von der Simplizität dieses Abendessens. Also wollte ich dieses wieder holen, und habe noch einmal Brühe besorgt. Diesmal aber nicht für jenen Tag, an dem ich sie erwarb, sondern für den darauffolgenden Abend. Und als doe Brühe immer noch sehr heiß war als ich damit nach Hause kam, wollte ich die nicht sofort in den Kühlschrank stellen, um diesen nicht zu überanstrengen. Diese Umsicht stellte sich später dann als folgeschwerer Fehler heraus. Denn natürlich habe ich an diesem Abend nicht noch einmal an die auf dem Kühlschrank ruhende Brühe gedacht und als ich am nächsten Morgen aufgestanden bin, stand sie immer noch genau dort wo ich sie einst zurück gelassen hatte. Ungekühlt. Für so viele Stunden.

Aber ratet wer sich in diesem Moment keine Sorgen gemacht hat, sondern die Brühe in den Kühlschrank gestellt und sie am Abend nichtsahnend wieder aufgewärmt hat um sie anschließend mit Reis zusammen zu verzehren. Stutzig bin ich geworden als die Brühe scheußlich geschmeckt hat. Zugegeben, ich hatte eine andere Sorte genommen, um Abwechslung in meinen Gerichten zu haben und es hätte wohl auch einfach ein Geschmack sein können den ich persönlich nicht mag. Aber ich konnte sie nicht beenden und habe den Rest der Brühe entsorgt. Und als ich schlafen genagen bin, in den Momenten als ich versucht habe einzuschlafen ist mir langsam klar geworden, das mir unheimlich schlecht ist und ich mich wahrscheinlich früher oder später übergeben werde. Ein paar Stunden später, gegen 0 Uhr bin ich aus dem Halbschlaf aufgewacht und wusste ich muss sofort runter bevor ich mich in mein Zimmer übergebe. Diese ganze Nacht war ein ziemlicher Albtraum.
Mein großes Glück: Es war Wochenende.
Mein großes Pech: Am morgigen Tag war ich eingeladen zum Pizza essen mit zwei Lehrerinnen und dem Austauschschüler aus Tschechien. Als es mir am nächsten Tag wesentlich besser ging als in der Nacht und ich diesen Ausflug, um keinen Preis verpassen wollte bin ich also trotzdem hingegangen und es kam beinahe so schlimm wie es hatte kommen müssen. Nach einigem an absolut super leckerem Essen spielte mein Magen verrückt und ich war so kurz davor mich wieder zu übergeben. Glücklicherweise habe ich allerdings alles gut überstanden. Und hatte sogar abgesehen davon eine nette Zeit in dem hübschen Restaurant an einem sehr malerischen Teich.
An dieser Stelle haben mir auch die Medikamente die ich aus Deutschland mitgebracht habe sehr gut geholfen. An einer anderen Stelle war, dies aber leider nicht der Fall. Ein paar Wochen später litt ich nämlich unter Perioden Schmerzen und nehme normalerweise Ibuprofen. Allerdings wurde uns dringlichst empfohlen hier in Thailand nicht auf Ibu zurückzugreifen. Denn sollte man hier an dem Gelbfieber erkranken ohne das mitzubekommen und währenddessen Ibuprofen zusich nehmen, besteht eine Gefahr an diesem Fieber zu sterben, die normalerweise nicht vorhanden ist. Also habe ich Paracetamol genommen und musste bedauerlicherweise feststellen dass dessen Wirkung weder so schnell noch so stark ist wie von dem Schmerzmittel Ibuprofen und hatte in Folge dessen ein paar sehr unangenehme Stunden bis ich tatsächlich irgendwann eingeschlafen bin. Sofern ich mich nicht gerade aufgrund von Übelkeit oder Schmerzen im Bett herumwelze, gibt es aber hier auch noch andere Faktoren die mich des Nachts wach halten. An irgendeinem Montag gegen 2 Uhr morgens wache ich auf dem Ruf einer der vielen Hunde die hier streunend auf dem Schulgelände leben. Und dieser Ruf war kein Bellen, es war buchstäblich Heulen. Und wie bei einem Wolfsrudel, stiegen schnell ein paar weitere Hunde mit ein und schließlich heulte ein ganzer Chor an Hunden mitten in der Nacht, direkt vor unserem Haus. Oder so hat es sich jedenfalls angehört. In dem Moemnt hätte ich am liebsten geweint aber ich habe es stattdessen irgendwie geschafft wieder einzuschlafen, trotz Lärm. In der extremen Form sind die Hunde nicht wieder aufgefallen aber ab und zu werde ich auch von ihrem Streitereien mitten in der Nacht geweckt.
Vergangene Woche veränderte sich mein unmittelbarer Alltag dann allerdings, insofern, dass auf einmal keine Schülerinnen und Schüler mehr zur Schule kamen. Es waren noch zwei Wochen bis zu den eigentlichen Ferien am 11. Oktober, jedoch galt dieses Datum nur für die Lehrerinnen und Lehrer. Der Rest der Schule hatte schon zwei Wochen eher Ferien. Die zwei Wochen wurden genutzt, um die Noten der Schülerinnen und Schüler zu bestimmen und sämtliche Nachbereitung des Halbjahres durchzuführen. Als Assitenzlehrerin hatte ich daran allerdings kaum part und praktisch zwei Wochen Freizeit die ich aber im Büro verbringen musste. Trotzdem nicht die schlechteste Zeit, denn trotz ein wenig Produktivlosigkeit ab und zu wurde außerdem der Dresscode wesentlich gelockert und ich durfte T-shirts und Sneaker mit den Röcken tragen. Die Kantine war natürlich auch geschlossen während diesen zwei Wochen, weil sich eine Öffnung ohne die Schülerinnen und Schüler wohl kaum lohnen würde. Stattdessen wurde ich gegen Mittag oder Nachmittag oft von den Lehrerinnen und Lehrern mit zu kleinen Restaurants oder hübschen Cafés mitgenommen.

Blog 11.10.2025-17.10.2025

„🎵One night in Bangkok🎶“

Herbstferien standen an. Gleichzeitig mit denen in Deutschland sogar. Und da ich hier in Thailand nicht nur eine begrenzte Zeit habe, sondern vor allem wenige Ferien, war für mich klar: Ich werde die freie Zeit nutzen, um in Thailand zu reisen. Das Ziel: Bangkok und Chiang Mai Und weil weder ich, noch meine Mitbewohnerin eine Reisebegleitung zur Verfügung hatten, haben wir uns kurzer Hand entschieden, zusammen diese Ferien zu verbringen. Also haben wir einen Bus nach Bangkok und unseren Aufenthalt in einem Hostel gebucht. Sehenswürdigkeiten, Restaurants, Einkaufszentren und Cafés habe ich in den Wochen vor unserer Abreise herausgesucht, sortiert und recherchiert. Das hat tatsächlich einen Haufen an Zeit beansprucht, was bei der Größe der Stadt allerdings nicht besonders verwunderlich sein sollte. Die erste und mit größte Hürde war allerdings die Reise nach Bangkok. Denn Wir haben eigentlich einen Bus von unserem Ort aus gebucht, und unser Ticket enthielt eine Seite mit allen Informationen auf Thailändisch, und eine mit den Informationen auf englisch. Dort war natürlich auch die Adresse des Abholortes angegeben und diese hat einen Ort etwa zehn Minuten zu Fuß von der Schule entfernt. Kein Problem also. Bis ein Lehrer der zusammen mit meiner Mitbewohnerin in einem Büro ist einen Blick auf ihr Ticket geworfen hat und festgestellt hat, dass die Adresse auf der thailändischen Seite zwar ebenfalls einen Ort in Krasang angibt, aber einen anderen, der sehr viel weiter entfernt war. Nach ein paar Telefonaten, bei denen er uns geholfen hat mit dem Busunternehmen zu kommunizieren, ist herausgekommen, dass der Bus tatsächlich nicht direkt in den Ort kommt sondern nur die etwas weiter entfernte Stelle anfährt. Ich frage mich bis heute, was aus uns geworden wäre, wenn er uns nicht geholfen hätte das mit dem Abholort klarzustellen. Am Tag der Abreise sind wir also zum Bahnhof in unserem Ort gelaufen, um von dort eines der Taxis zu der Bushaltestelle zu nehmen. Beziehungsweise auf dem 20 Minuten Weg dorthin sind wir zwei Lehrern begegnet, die uns netterweise dann mit dem Auto zum Bahnhof gebracht haben. Von dort hat uns ein Tuktuk-Fahrer zur Bushaltestelle mitgenommen. Die Fahrt hat meine ich 200 Baht gekostet also etwa 5,50 €. Wir waren uns erst ziemlich unsicher ob wir an der richtigen Stelle auf den Bus warten, aber nach etwa einer Viertelstunde Verspätung ist der Bus schließlich eingetroffen und hat uns problemlos nach Bangkok gebracht. Mit einem Taxi über die App Grab sind wir dann an unserem Hostel eingetroffen und wie bei Agoda zu sehen, war die Qualität des Hostels absolut am Boden. Aber für den Preis hatte ich auch tatsächlich nicht viel mehr erwartet. Die Lage des Hostels war etwas ungünstig in einer Nachbarschaft in welcher Kannabis-Angebote verbreitet waren so weit das Auge reichte. Um genauer Details zum Hostel zu geben: Die Google Maps Bewertungen haben in großer großer Zahl von Bettläusen gesprochen, was ich natürlich erst gelesen habe, als die Reise nach Bangkok schon beinahe vor der Tür stand und eine Umbuchung nicht mehr möglich war. Aus dem Grund habe ich extra noch Spray besorgt, damit wir auch wirklich nicht in Kontakt mit diesem Ungeziefer kommen und es womöglich auch wieder mit zurück nach Hause bringen und nie wieder loswerden. Zu unserem Glück+ca schienen diese Kommentare bei Maps sich aber auch frühere Zeiten, oder andere Zimmer zu beziehen, denn bei uns gab es weder irgendwelche Anzeichen, noch habe ich in den Nächten irgendetwas gespürt. Demnach kam das Insektenspray zum Glück nicht zum Einsatz, vor allem, weil diese Chemikalien glaube ich auch ziemlich toxisch sind. Wir wurden in ein gemischtes Zimmer gesteckt, was wir meine ich auch gebucht hatten, weil das günstiger war. Aber der Mann an der Rezeption hat zudem gesagt, dass wir das Zimmer auch tauschen können wenn uns das lieber wäre. Meiner Mitbewohnerin war das ganze Ambiente allerdings zu viel und trotz dass ich natürlich die Hostel-Entscheidung bei der Buchung mit ihr zusammen getroffen habe, und sie das Geld für die gebuchten Nächte nicht zurück bekommen konnte, entschied sie sich nach der ersten Nacht in ein anderes Hostel umzuziehen. Ich wollte wirklich nicht nocheinmal Geld für eine Unterkunft ausgeben, und meiner Meinung nach gab es in dem Hostel alles was ich zum überleben benötige also bin ich dort geblieben, und tatsächlich war ich sogar die meisten Nächte allein in dem mehr Bett Zimmer, abgesehen von ein paar anderen Frauen die aber aller immer nur eine Nacht geblieben sind. Ich glaube der Mann von der Rezeption, war so rücksichtsvoll und hat nur andere Frauen in dem Zimmer einquartiert, nachdem wir anfangs diesbezüglich unsicher waren. Nun aber zurück zu Bangkok. Natürlich haben wir uns Tempel angesehen, sind durch die unzähligen Einkaufsmalls gestreunt und uns durch leckerste Gerichte gefuttert. Bangkok ist so unglaublich groß, dass man weder in ein paar Tagen, noch den ungefähr zwei Wochen, die ich insgesamt in Bangkok bisher verbracht habe alles schafft was man sich vornimmt.

Der Verkehr ist non Stop selbst zu sehr späten Zeiten. Mit dem Auto kommt man praktisch kaum voran, aber die unzähligen Motorräder für die Thailand so bekannt ist, schaffen es sich überall durch zu schlängeln. Deshalb ist bei einem Taxi das Motorrad nicht nur die günstigere sondern auch wesentlich effizientere beziehungsweise schnellere Wahl. Natürlich gehen diese Fahrten aber nicht ohne ein gewisses Sicherheitsrisiko einher. Helme werden nur von ein paar Roller-Taxifahrern Angeboten, und selbst damit ist man immer noch praktisch ungeschützt dem rauschenden Verkehr ausgesetzt, sollte im Ernstfall tatsächlich etwas passiere. Dennoch ist ebenfalls zu notieren, dass die Fahrten bei Nacht auf den Rollen als Fahrgast absolut atemberaubend waren. Mit dem Wind der um einen herum peitscht aber warm, aufgewärmt von der Sonne des Tages, während um einen herum Autos und andere Roller vorbei fahren und man sich wie in einem Strom mitgezogen fühlt. An den Säumen der Straße ragen die Wolkenkratzer nach oben, spiegelnd und glitzernd reflektieren sie die roten Lichter der Autos und den Schein der Straßenlaternen und Leucht-Reklamen. Dieses Gefühl ist mit keiner Autofahrt vergleichbar. Nebenbei gibt es natürlich auch Metros und Schwebebahnen, die man ungefährlich zur Fortbewegung nutzen kann. Der Nachteil bei diesen ist dann nur ihre löchriges Netzt, da tatsächlich nicht sehr viele der Attraktionen auch wirklich nahe der Stationen liegen. Trotzdem ist es ein fantastisches Gefühl über die Stadt hinweg zu fahren und dabei den Ausblick auf die riesigen gläsernen Gebäude zu haben. In Bangkok, aber um ehrlich zusein eigentlich in fast ganz Thailand gibt es keinen Ort in dem man keine Touristen beziehungsweise Ausländer trifft. In Bangkok gibt es vor allem bestimmte Regionen in denen es vor Menschen nur so wimmelt. Natürlich in der Altstadt beziehungsweise dort wo der Palast und die bekannten Tempel zu finden sind. Aber ebenso in der Gegend mit den großen Shopping Malls. Ein Einkaufszentrum reiht sich dort an das nächste und gefüllt sind diese nicht nur mit Stockwerken voll Restaurants, mit Cusinen der ganzen Welt sondern auch ganze Gebäude Trackte mit allen teuren und bekannten Marken die einem jemals einfallen könnten. Funkelnder Schmuck, Kleidung, Make-up und sogar BMWs werden in diesen makellosen Geschäften zur Show gestellt. Eine ganz besondere Mall hat selbst einen Wasserfall, der zu bestimmten Zeiten zusehen ist und in verschiedenen Farben leuchten soll. Aber das Zentrum ist selbst schon einzigartig indem man in den verschiednen Bereichen des Gebäudes die verschiedenen Regionen und Speisen Thailands entdecken kann. Mit unzähligem Streetfood und so viel Souvenirs, dass einem beinahe schwindelig wird begegnet man in dieser Mall einer lebhaften Atmosphäre mit reichlich toll ausgearbeiteter Dekoration. Dennoch ist anzumerken, dass die Preise in dieser Mall exorbitant sind und während ich einen Besuch auf jeden Fall empfehlen kann, würde ich vom Einkauf innerhalb dieser Attraktion abraten. Außerdem haben wir den Lumpini Park in Bangkok besucht, eine der größten grünen Oasen in der Stadt. Die Atmosphäre in den Parks ist immer etwas surreal aber die Grüne tat sehr gut zwischen all den grauen Straßen und Gebäuden. Chinatown fand ich persönlich weniger beeindruckend als ich es erwartet habe, aber trotzdem mit all den Menschen um einen herum, den bunten Lichtern sobald es dunkel geworden ist und absolut leckerem Streetfood egal wohin man sieht war es eine spannende Erfahrung. Insgesamt haben wir beziehungsweise oft auch ich allein, in Bangkok eine Menge Menge Cafés besucht, viel auch mit westlichem Essen, weil ich nach einigen Monaten ein starkes Verlangen nach Essen aus eher europäischer Küche gespürt habe. Und eine Stadt dieser Größe hat natürlich ein Angebot dem praktisch keine Grenzen gesetzt sind. Das Nacht Leben soll auch sehr präsent und vielfältig sein, aber davon haben wir eigentlich nur am Rande etwas mitbekommen, abgesehen von einer coolen Jezzbar, die wir an einem Abend in unserer Gegend besucht haben. Zum Teil haben wir auch trotz der stetigen Wärme oder der Sintfluten an Regen einige Wege zu Fuß zurückgelegt, und auch diese Aussicht fand ich höchst beeindruckend. In den Momenten habe ich mich manchmal gefühlt als stehe ich mitten in einem Science Fiction Film. Eine weitere Mall ist Terminal 21, vor allem bekannt durch ihren Food-Court hat die Mall aber ebenfalls ein spannendes Konzept und dabei stellt jedes Stockwerk eine andere Stadt der Erde dar. Unter anderem London und Paris. Allerdings lohnt sich dieses Einkaufszentrum neben der tollen Gestaltung auch für die Geschäfte und unter anderem Kleidungsangebote.

Blog 17.10.2025-21.10.2025

CHIANG MAI - Frühstück, Tempel und Wasserfälle

Am 17. Oktober habe ich mich dann allein aufgemacht nach Chiang Mai. Meine Mitbewohnerin musst zur Bearbeitung von Aufgaben in Bezug auf ihr Studium zurück nach Krasang aber die Ferien waren noch nicht um, und so bin ich also allein weiter in die nächste beliebte Stadt auf der Thailändischen Landkarte. Auch bei dieser Reise gab es wieder ein paar Hindernisse und zwar war die Dauer der Busfahrt auf dem Ticket falsch angegeben und ich bin wesentlich eher in Chiang Mai angekommen als ich geplant hatte. Das klingt zwar erstmal nicht nach einem Problem, allerdings öffnete die Rezeption meines Hostels erst gegen 9 Uhr morgens, -nachvollziehbarerweise natürlich- nur betrug meine Wartezeit auf der Terasse des Gebäudes dann fast drei Stunden und da in Chiang Mai ein komplett anderer Vibe herrscht als in der Großstadt aus der ich kam hatte auch noch nichts in Fuß-lauf-Nähe geöffnet wo ich mir hätte die Zeit vertreiben können. Nachdem ich diese Srunden allerdings überwunden hatte, eingecheckt und der Besuch in einem Frühstückscafe hinter mir war, stellte ich mich bei den anderen Frauen in meinem geteilten Zimmer vor und wurde plötzlich direkt gefragt ob ich bei einem Ausflug zu einem Wasserfall mitkommen möchte. Natürlich habe ich zugesagt. Ihr Motiv mich zu fragen war vor allem, dass sie mit einem anderen Pärchen unterwegs sein würde und gerne Gesellschaft wollte und ich finde das war eine ziemlich gute Idee von ihr und gleichzeitig eine tolle Gelegenheit für mich. Der Weg zum Wasserfall war absolut steil und rutschig und ich habe mich natürlich auch einmal hingelegt aber das schwimmen dort und von den Felsen rutschen hat sich so abenteuerlich und surreal auf die bestmögliche Weise angefühlt. Das verrückteste ist allerdings passiert als ich abends mit den drei in einen Club in Chiang Mai gegangen bin und auf dem Weg dorthin einen Freund getroffen habe. Einer der anderen Freiwilligen die mit mir aus Deutschland über die Organisation AFS nach Thailand gekommen sind hat plötzlich meinen Namen gerufen, weil er mich an der Ampel stehen gesehen hat. Er und noch eine der anderen Freiwilligen waren gleichzeitig mit mir in Chiang Mai und aufgrund der begrenzt großen Stadt sind wir uns auch noch zufällig über den Weg gelaufen. Den Club zu dem mich das Mädchen aus meinem Hostel mitgenommen hat war klein und auch eine Empfehlung die sie bekommen hat. Aber eine sehr sehr coole Atmosphäre, ganz viele junge Leute, eigentlich nur Touristen tatsächlich und tolle Musik trotz wenig der bekannten Hits. Generell ist Chiang Mai eher klein und ruhig. So das komplette Gegenteil von Bangkok. Auch ganz viele tolle Cafés und Restaurants, trotzdem eine erfüllte Partyszene und einige Touristen die in der dörflichen Atmosphäre noch mehr auffallen.

Die Preise spiegeln die ruhigere Atmosphäre ebenfalls wieder und sind noch viel mäßiger als in Bangkok aber trotzdem mit toller Qualität und Vielfalt an Angeboten aller Gengres. Am nächsten Tag gab es dann einen großen großen Markt auf dem ich ohne Google Maps tatsächlich verlaufen hätte und abends bin ich dann mit den beiden anderen Freiwilligen erst in einer Billiard und Karaoke Bar gegangen und anschließend in einen der bekanntesten Clubs in Chiang Mai. Dort war zwar die Musik nochmal besser meiner Meinung nach, aber ich würde trotzdem den anderen für die Vibes vorziehen. Da ich für den nächsten Tag eine ganztägige Tempeltour gebucht hatte, wusste ich, dass ich kaum schlaf in dieser Nacht bekommen würde. Und gleichzeitig war mir bewusst, dass wenn ich so erschöpft bin nach dem ganzen Tag und dann versuchen würde nur für ein paar wenige Stunden nochmal ins Bett zu gehen ich meinen frühen Wecker gegen 5 oder 6 Uhr vermutlich verschlafen würde. Also bin ich nach dem feiern tatsächlich direkt duschen gegangen und hatte dann auch nur noch knapp eine Stunde bis ich mich wieder auf den Weg machen musste. Nach ein paar Schwierigkeiten der Lokalisierung des Treffpunktes auf meiner Seite saß ich dann absolut übermüdet und ohne Handy Akku in dem Auto zusammen mit sieben anderen der Tour. Angesehen haben wir uns in der zwei Stunden entfernten Stadt Chiang Rai verschiedene riesige Tempel, die wir wir dann erfahren haben tatsächlich allein aus Touristischen beziehungsweise wirtschaftlichen Gründen designt und erbaut worden waren. Trotz fehlendem historischem Wert, muss man diesen Tempeln ihre künstlerische und architektonische Seite hoch anrechnen, denn in diesem Sinne waren all die Tempel wirklich wahre Meisterwerke. Auch die Reise generell, mit einem energetischen Guide und Mitreisenden aus der ganzen Welt, so Japan, USA, UK und Polen, war eine äußerst spannende Erfahrung. Am folgenden Tag, vor meiner Abreise habe ich noch eine eigene Tour durch eine Vielzahl an Tempeln in Chiang Mai gemacht. Noch viel mehr als in Bangkok oder jeder anderen Stadt in der ich bisher war reihen sich hier Tempel aneinander und können so fußläufig von einem zum anderen entdeckt werden. Das wars dann auch schon mit den zwei Wochen Oktober Ferien. Aber ich finde ich habe wirklich alles aus diesen 14 Tagen herausgeholt und ich glaube ich hatte die beste Zeit die ich Thailand bisher hatte.

Blog 08.12.2025

Mid-Stay-Camp, doppletes Bangkok und Hua Hin

Am 28. war meine Abreise von meinem Ort nach Bangkok um dort am AFS Mid-Stay-Camp teilzunehmen. Alle Freiwilligen von meiner Gruppe, aus Deutschland kommen also wieder zusammen und es werden erste Erfahrungen reflektiert, während wir noch mehr Tips für die kommende Zeit bekommen und gleichzeitig noch als Gruppe, unter der Leitung der AFS Thailand Mitglieder, tolle Erfahrungen sammeln. Aber mein 28. November begann nicht erst mit meiner Abreise, tatsächlich war dieses Event noch in sehr weiter Ferne als mein Wecker um 02 Uhr geklingelt hat. Ja. Mitten in der Nacht. Denn am 28. sollte auch eine Flaggen Parade stattfinden, bei der ich ebenfalls einen Part übernommen habe. Und für dieses Event habe ich nicht nur ein vollständiges, traditionelles Thai-Outfit getragen, sondern musste auch früh erscheinen um geschminkt zu werden und die Haare gemacht zu bekommen. Als ich aufgestanden bin habe ich gewaschen und meinen Rucksack für das Camp gepackt, um 03 sind, meine Mitbewohnerin und ich dann in der Halle erschienen wo auch alle anderen Schülerinnen und Schüler fertig gemacht wurden. Uns wurde beim einkleiden geholfen und anschließend haben wir beide ein komplettes Make Up im Thai-Style bekommen, so wie eine Frisur von ein paar sehr talentierten und engagierten Helferinnen und Helfern. Diese Woche hatte der tschechische Austauschschüler außerdem Besuch von einem anderen Schüler, einem Italiener. Die beiden kennen sich aus ihrem Arrival-Camp von AFS. In seinem Exchange-Schüler Programm, sowie auch in meinem Volunteer-Programm gibt es die Möglichkeit eine Exchange-Week zu machen, also ein oder mehrere Wochen bei einer oder einem anderen Freiwilligen zu verbringen, um einen breiteren Einblick in die verschiedenen Gegenden hier in Thailand zu bekommen.

Jedenfalls haben Matej, das ist der Schüler aus Tschechien und sein Freund ebenfalls Kleidung, Schminke und eine Rolle für die Parade bekommen. Gegen 05:30 Uhr sind wir dann los in die nächste größere Stadt wo das Event stattfinden würde. Buri Ram. Doch bevor wir auf das Sportfeld des Events einlaufen konnten mussten sich alle teilnehmenden Schulen in ihrer Aufstellung aufreihen. Für diese Aktivität wurde sehr viel Zeit eingeplant, denn als wir um kurz vor 07 Uhr alle an unserem Platz standen ging es noch längst nicht los, zwei Stunden später standen wir immer noch angenau eben jener Stelle, aber das Warten war fast das kleinere Übel im Vergleich zu der Kälte. Ich kann mir vorstellen, dass das lächerlich klingt im Vergleich zum Winter Zuhause in Deutschland, aber es waren etwa 14°C und das war das kälteste war ich bisher in Thailand erlebt habe. Aufgrund der dünnen Kostüme und der frühen Morgenstunden, haben wir alle so gefroren, während wir herum standen und uns gefragt haben wann die Parade tatsächlich endlich starten würde. Irgendwann sind wir zusammen aufgereiht mit all den anderen Schulen auf das Feld eingelaufen und dann haben wir weiter gewartet, weiter in unserer Formation. Wir, die Ausländer standen in etwa einem Viereck und jeder von uns hat eine Blume in einer Plastikvase gehalten. Vor uns hinter uns sind andere Schülerinnen und Schüler unserer Schule gelaufen, mit Flaggen oder anderen Symbol-Gegenständen. Auf dem Feld schien zum Glück die Sonne und mitlerweile vergingen auch einige Stunden, bis das Event einfach damit endete, dass wir alle wieder in unserer Formation das Geld verließen. Natürlich wurde während wir auf dem Platz standen in unseren Positionen, Reden um Reden gehalten, die Nationalhymne gespielt und viel geklatscht für verschiedene Persönlichkeiten. Am Ende hat unsere Schule diese Flaggen Parade sogar gewonnen, habe ich mir sagen lassen. Das hatte ich während des Events gar nicht so mitbekommen. Anschließend hat sich alles verlaufen und die Schülerinnen und Schüler wurden von dem Bus mit dem sie hergebracht wurden wieder zurück gefahren, wir durften bei einem Lehrer mitkommen, dieser hat uns anschließend zu der Universität in Buri Ram mitgenommen um dort Schülerinnen und Schüler unseres Schulvolleyball Teams spielen zu sehen. Das war tatsächlich das erste Mal dass ich Live bei einem richtigen Volleyball Spiel dabei war und das war so spannend, das hatte ich gar nicht erwartet, aber ich habe entschieden dass Volleyball Spiele live anzusehen jetzt meine neue Obsession wird.

Als ich schließlich wieder Zuhause war, hätte ich mich am liebsten sofort ins Bett gekuschelt, aber nicht nur musste ich diesen Kilo Schminke von meinem Gesicht waschen, sondern auch mein Rucksack war nicht mal halb gepackt und ich hatte noch knapp 5 Stunden. Also habe ich alles erledigt und bin doch noch für zwei Stunden schlafen gegangen bis meine Advisorin mich um 20 Uhr abgeholt hat um mich zur Bushaltestelle wieder in Buri Ram zu bringen. Vorher haben wir noch einen Abendessen-Stop auf einem Chinesischen Nacht Markt gemacht mit einer Bühne auf der chinesisches Theater gespielt wurde.

Von Buri Ram aus bin ich dann also mit einem Bus nach Bankok gefahren, wo ich von einer der AFS-Thailand Menschen abgeholt wurde und zusammen mit ein paar anderen der Freiwilligen unserer Gruppe zu dem Hotel gebracht wurde, in welchem wir das Mid-Stay-Camp abhalten würden. 

Blog 20.01.2026

Ich erinnere mich fast noch genau an die erste Nacht in meinem neuen Zimmer, an die ersten Tage in einer völlig fremden Umgebung. Die allererste Nacht war eine schreckliche Erfahrung, ich habe kaum geschlafen. Ich war so müde nach meiner Anreise in den Ort, dass ich fast sofort ins Bett gefallen bin. Aber die neuen Geräusche und Gefühle haben mir keine Ruhe gelassen. Es hat geklappert, gekratzt, draußen waren Geräusche, die Klimaanlage hat geröhrt und in der Wand hat es sich so angehört als suchen sich alle möglichen Tiere und Ungeziefer einen Weg in mein Zimmer. Ich habe, ganz ohne zu übertreiben, gedacht gleich springt eine Ratte auf mein Bett, trotz des dünnen Netzes, welches natürlich nur zum Schutz vor Mücken oder anderen kleinen Insekten dient. Als ich unbeschadet und ohne Anzeichen von Tieren in meinem Zimmer am nächsten Tag, nach der unruhigen Nacht aufgewacht bin, war ich zwar skeptisch was die Ursache für all die Geräusche gewesen sein wird, aber im Übrigen war ich einfach heilfroh. Und schon in der nächsten Nacht habe ich so viel besser geschlafen. Auch die ersten Tage waren hart, jetzt rückblickend betrachtet. Ich weiß, dass ich mich mich in den ersten Tagen nicht besonders schlecht oder unwohl gefühlt habe und dachte ich habe eigentlich doch eine ganz unkomplizierte, schöne Zeit. Aber wenn ich heute zurückblicke, waren die ersten Tage doch mental anstrengend und ich habe mir über so viele Dinge so intensiv Sorgen und Gedanken gemacht, dass es mir heute beinahe lächerlich vorkommen würde, wüsste ich nicht wie einschüchternd die ganze neue Situation damals auf mich gewirkt hat.

 

Aber wann ist die Zeit eigentlich so schnell vergangen? Warum mache ich mir im Moment schon so intensiv Gedanken über mein bevorstehendes Studium? Nicht, dass ich schon irgendeine Richtung hätte, aber war da gerade zwischen jetzt und meiner Rückreise nicht eben noch ein ganzes Jahr? Ich glaube es ist höchste Zeit mein halbes Jahr in Thailand Revue passieren zu lassen, bevor ich in diesen nächsten Abschnitt trete. Es ist schon 2026, der Austauschschüler ist schon lange wieder abgereist und ich lebe von einem Tag zum nächsten. Um bei der Wahrheit zu bleiben, natürlich hat mein Alltag Hoch- und Tiefpunkte, wie ich bestimmt schon in früheren Blocks erwähnt habe, aber insgesamt ist mein Leben so entspannt, dass ich gar nicht begreifen kann wie ich diese Zeit in meinem Kopf und mit meinen Gefühlen genug genießen kann, damit ich dieses Jahr wirklich für alles wertschätze, das ich, wenn ich diese Reise verlassen muss, nicht mehr haben werde. Wenn ich euch erzähle, dass ich nach jedem Urlaub, selbst die einfache Zeit in meinem gewöhnlichen Schulalltag danach vermisse und mich frage warum ich diese Momente nicht mehr wertgeschätzt habe, wisst ihr bestimmt wovon ich rede. Diesmal habe ich mir gesagt, diesmal werde ich mehr als jemals zuvor die großen aber genauso die kleinen Momente bewusst zu erleben. Und lass mich euch erzählen wie einfach dieses Unterfangen ist. Denn wenn ich einkaufen gehe und die Luft so warm ist, dass ich keine Jacke brauche, obwohl es schon langsam dunkel wird, Palmen und die grünsten Bäume, die ich in meinem Leben gesehen habe, die lange Einfahrt des Schulgeländes säumen und ich keinerlei Verpflichtungen habe zu irgendeiner Zeit wieder Zuhause zu sein, um unangenehmen Arbeiten nachzugehen, Erwartungen zu erfüllen oder Menschen auf meine Rückkehr warten. Und trotzdem habe ich das Gefühl ich werde diese Zeit vermissen. Egal wie sehr ich jeden einzelnen Moment davon genieße, wie bewusst ich mir meines Privilegs und Glücks werde. Aber vielleicht ist das auch nicht etwas, das ich fürchten muss, vielleicht ist das etwas, das ich mit offenen Armen empfangen sollte. Denn wenn Nostalgie nicht der beste Beweis dafür ist, was für eine schöne Zeit ich gehabt habe, was ist ist es dann? Ich muss mir nur bewusst werden, dass ich trotzdem nachher die Vergangenheit nicht uneingeschränkt romantisieren darf, sobald ich wieder bis zum Hals in Arbeit und Verpflichtungen stecke. Denn wie gesagt, natürlich gibt es auch Dinge die ab und zu meine Gedanken belasten. Vor allem am Anfang, aber tatsächlich auch dieser Tage noch, ist ein Thema, das mich viel beschäftigt und für eine Menge Stress in meinem Alltag sorgt, die herrschende Kleiderordnung. Zugegeben habe ich mir, und mache ich mir diesbezüglich viel mehr Gedanken als tatsächlich nötig wären. Vor allem, weil für alle um mich herum offensichtlich ist, dass ich aus dem Ausland komme und meine Aufmachung deshalb sowieso nicht so streng genommen wird. Aber zu sagen, dass man sich keine Gedanken machen muss, lässt sich viel leichter sagen als umzusetzen, gerade wenn man so viel Zeit und Raum hat sich Gedanken zu machen, wie sie mir zu Verfügung steht. Die Kleiderregeln hier beziehen sich natürlich vor allem auf die Schule, also nicht was ich zum einkaufen gehen trage(o. Ä.), sondern wenn ich zur Arbeit gehe beziehungsweise jedes Event, das schulbezogen ist. Im generellen hatte ich schon einmal genannt welche Farben und Kleidungsstücke angemessen sind für den Schulalltag. Allerdings haben sich mittlerweile, und zwischendurch auch einige Dinge daran geändert. Denn im Laufe meiner Zeit hier, ist, falls ihr das nicht mitbekommen habt, die Königin gestorben. Als Folge tragen wir, also die Lehrerinnen und Lehrer, ein Jahr lang ausschließlich die Farbe schwarz. Also weiterhin Röcke, Blusen, Kleider aber eben in schwarz, beziehungsweise weiß ist ebenfalls in Ordnung. Natürlich abgesehen von zwei Röcken, besaß ich keine schwarze Kleidung also habe ich mich gezwungen gesehen mir neue Kleidungsstücke anzuschaffen. Darunter ein schwarzes Oberteil mit Kragen und ein sehr schlichtes schwarzes Kleid mit kurzen Ärmeln. Da meine Körpergröße doch eher in die Minderheit hier fällt, war das mit den Kleidern allerdings eine schwierige Angelegenheit, weil dieses Kleid zwar, wie angemessen, bis zu meinen Knien geht aber dafür sehr sehr locker an meinem Körper herab fällt. Im Ausgleich habe ich noch ein anderes Kleid, welches passgenauer sitzt, dabei aber nur knapp oberhalb meiner Knie endet und schon beinahe skandalös kurz ist. Bei dem Kleid war ich mir sehr unsicher, ob es angebracht ist, dieses überhaupt zu tragen. Selbst nachdem ich schon Komplimente für das Kleid bekommen habe, fühle ich mich bei jedem tragen unangenehm und hinterfrage wieder und wieder meine Kleiderwahl.

Dazu kommen die Buddha Tage. An diesen Tagen tragen nicht nur die Schülerinnen und Schüler eine weiße Uniform sondern auch die Lehrerinnen und Lehrer. Als ich am ersten dieser Tage aus dem Haus getreten bin, komplett in schwarz, habe ich mich absolut fehl am Platz gefühlt. Wortwörtlich wie das schwarze Schaf zwischen all den weiß gekleideten Leuten. Am Ende war das kein Problem, weil allen klar ist, dass ich diese Uniform nicht habe und eben nicht wusste, dass an diesen Tagen weiß getragen wird. Auch als in den folgenden Wochen immer an einem Tag von allen weiß getragen wurde habe ich erstmal nicht gewusst, dass es ein weiterer dieser Tage ist. Erst habe ich keinen Sistem darin sehen können. Und nach zwei Monaten oder so, habe ich mich entschieden die Investition in Gleichheit und Unauffälligkeit zu machen. Also trage ich jetzt mit allen anderen die weiße Uniform an den Buddha Tagen. Natürlich habe ich meine Advisorin gefragt, ob das in Ordnung ist und sie hat dem zugestimmt. Aber um nochmal zu demonstrieren wie viele Gedanken ich mir tatsächlich mache: Ab und zu bin ich mir nicht 100 Prozent sicher ob sie mir in der Situation wirklich sagen würde, wenn es ein Problem wäre, dass ich ebenfalls die Uniform zu Ehren des Buddha Tages trage, denn uns wurde schon ganz am Anfang gesagt, dass viele Menschen hier eher dazu tendieren Konflikten dieser Art aus dem Weg zugehen und an dieser Stelle keine Kritik zu äußern. Gleichzeitig fühlt es sich offensichtlich an als würde ich, dass alles vollkommen unnötigerweise maßlos zerdenken. Vermutlich liegt das näher an der Realität als mein Berg an Sorgen. Nun gibt es natürlich noch eine Reihe anderer Sorgen, mit denen ich mir hier meine Zeit vertreiben kann. Zum Beispiel komme ich nicht umhin die Aufmerksamkeit zu bemerken, die ich hier doch an den ein oder anderen Stellen zweifellos bekomme die ich Zuhause nicht bekommen habe. Natürlich kann ich niemanden dafür kritisieren, gerade in dem Ort wo ich wohne gibt es kaum Menschen die so offensichtlich nicht aus Thailand, beziehungsweise Asien sind. Trotzdem kann ich nicht behaupten, dass ich diese Aufmerksamkeit genieße.

Ein weiterer Grund ist zum Teil wohl nicht nur mein offensichtliches Äußeres aber auch, dass ich gezwungen bin viel durch die Gegend zu laufen, weil ich wegen meiner Sende-Organisation keine Motor gesteuerten Fahrzeuge fahren darf. Und dieses Verhalten ist wirklich eher die Seltenheit hier. Ich begegne normalerweise keinen anderen Leuten, die zu Fuß irgendwo herum laufen, beziehungsweise einkaufen gehen. Die touristischen Orte, wie Bangkok, Chiang Mai und so natürlich ausgenommen. Alle fahren eigentlich mit dem Roller, Auto oder selten auch mal dem Fahrrad durch die Gegend.
Lasst mich euch außerdem noch von der Sprachbarriere und daraus resultierenden Missverständnissen in meinem Alltag erzählen. Denn obwohl ich nur englisch Unterricht begleite, der natürlich auch von Lehrerinnen geführt wird, die eine Ausbildung in der englischen Sprache haben, beziehungsweise englisch -nehme ich an- mehr oder weniger studiert haben, reichen ihre Englisch-Sprachfähigkeiten zum Teil nicht aus, um mir ausreichend präzise Anweisungen zu geben, oder etwas zu erklären. Das erschwert oft, wie ich mit dem Unterrichten oder auch mit anderen Situationen in der Schule klar komme, wenn ich nicht noch ein paar Mal genauer nachfrage. An anderen Stellen liegen die Probleme denen ich begegne aber auch daran, dass ich natürlich zum einen erst seit einem halben Jahr hier „arbeite“ und dass ich praktisch keine Erfahrung oder Ausbildung als Lehrerin habe. Obwohl mir das Bewerten und Bepunkten von Dialog-Tests manchmal schwer fällt, ziehe ich das trotzdem dem Aufgabenvergleichen im Klassengespräch vor. Denn wenn ich frage was die Antwort auf die erste Frage ist und niemand antwortet, weiß ich nicht ob es daran liegt, dass gerade niemand aufpasst, sie nicht wissen was ich von ihnen möchte, weil sie mich auf Englisch nicht verstehen, oder ob es an der Aufgabe liegt. Aufzeigen ist, zumindest in den Klassen in denen ich bin, kein Ding. Ich habe mich noch nicht entschieden wie ich das finde. Es führt nicht unbedingt zu einem Chaos von durcheinander rufenden Leuten. Obwohl die gängigen Klassengrößen ja sogar 40 Personen sind, aber ich habe auch nicht das Gefühl, dass die Beteiligung dadurch größer oder kleiner ist. (Der Vergleich hängt natürlich noch von mehr Faktoren ab.) Finde ich angesichts dessen schwer für mich zu bewerten.

 

Obwohl ich natürlich meine Mitbewohnerin habe, mich jetzt schon ein paar Mal mit einer Neuseeländerin in der nächsten Stadt, in die ich am Wochenende oft fahre, getroffen habe und in meinem Alltag mich auch ab und zu mit Lehrerinnen oder/und Schülerinnen und Schülern unterhalte, decken diese menschlichen Begegnungen nicht ganz das Volumen meines sozialen Lebens vor Thailand ab. Generell komme ich eigentlich ganz gut damit klar Zeit allein zu verbringen, aber ich vermisse Gesellschaft, vor allem enge, vertraute Gesellschaft trotzdem viel. Die ersten Wochen, vielleicht zwei Monate, hatte ich sowieso viele Eindrücke zu verarbeiten, aber dann ist mir doch irgendwann bewusst geworden, wie wenig Kontakt ich zu anderen Menschen habe. Und Kontakte aufzubauen, Gesellschaft zu haben, in meinem alltäglichen Leben, ist mit sehr viel mehr Aufwand verbunden als es zum Beispiel in der Schule der Fall war. So ohne Freunde oder Familie von 0 anzufangen. Ich befürchte dieser Situation werde ich in meinem kommenden Leben möglicherweise noch ein paar Mal öfter begegnen.

 

In meiner Zeit an dieser Schule wurden schon einige Dinge auf dem Gelände verändert, weit mehr als in meiner ganzen eigenen Schulzeit. Ich bin an einer ziemlich großen Schule mit einem gewaltigen Gelände, auf dem ja auch das Häuschen steht in welchem ich und meine Mitbewohnerin wohnen. Es wurde ein Straßenabschnitt auf dem Gelände neu geteert, eine Überdachung mit Betonweg und Bänken vor unserem Haus gebaut, eine, von den Schülerinnen und Schülern selbst angefertigte Elefanten und Büffel-Statue aufgestellt, umgeben von Pflanzen und Dekorationen, bestimmt um dem Schulhof eine ansprechende Dekoration hinzuzufügen. Es wurden Blumen und Bäume in der Einfahrt gepflanzt, um die sich die Schülerinnen und Schüler auch selber kümmern soweit ich das mitbekomme. Einige Klassenräume haben neue Tische und Stühle bekommen, mehrere Jahrgänge wurden, als erste Jahrgänge der Schule vom Staat mit neuen IPads ausgestattet und der ganze Boden unter dem Dach der Versammlungshalle wurde angesichts der Sport-Woche mit, unter anderem einem Basketball und einem Volleyball Feld bemalt. Ich finde, dass ist eine überraschend umfangreiche Menge an Veränderungen in nur einem halben Jahr. Und dass war nur was ich tatsächlich mitbekommen habe während meiner Zeit hier.

Neben all den Dingen die ich über das alltägliche Leben in Thailand gelernt habe, arbeitete ich auch stetig an meinen Thai-Sprach-Fähigkeiten. Ich habe bevor ich hergekommen bin schon versucht mich ein wenig vorzubereiten und mir schon ein paar Worte anzueignen. Aber jetzt rückblickend betrachtet, war das leider verschwendete Zeit. Denn die Sachen die ich zum Thai lernen im Internet gefunden habe waren leider größtenteils ohne Vorwissen kaum korrekt zu entziffern und was auch immer ich mir da zurecht gelegt habe war zwar oft nah an der tatsächlichen Aussprache und den Inhalten, zum Beispiel des Alphabets aber schließlich hätte und habe ich damit nichts anfangen können, weil doch einige Details gefehlt haben, von denen ich natürlich nicht wissen konnte. Aber mittlerweile ist mir klar geworden, dass Thai lernen gar nicht mal so schwer ist wie ich zu Anfang erwartet habe. Es gibt zwar die fünf Töne, die es in unterschiedlicher Form auch noch in ein paar anderen asiatischen Sprachen gibt, aber letztendlich ist es erstmal Vokabeln lernen, genauso wie in anderen Sprachen. Dass das Alphabet andere Buchstaben nutzt ist natürlich ebenfalls ein Hindernis, aber auch das ist erstmal auswendig lernen und Fortschritt durch stetige Wiederholung und Wiederholung.

 

Jetzt nachdem ich schon einige Gerichte die Thailand zu bieten hat probiert habe, habe ich außerdem auch darauf bezogen eine Bewertung vorzulegen. Erst möchte ich erwähnen, dass auch beim Auswärtsessen gerne Gerichte geteilt werden, also Salate, Fleisch oder andere Gerichte bestellt werden und jeder hat eine Portion Reis (bzw.Klebereis) mit der man dann die verschiedenen Gerichte Löffel für Löffel zusammen essen kann. Mein absolutes Lieblingsgericht ist knusprig frittierter Schweinebauch mit einer Art Grünkohl und weißem Reis. Aber es gibt noch eine ganze ganze andere Reihe an sehr leckeren Gerichten. Bekannt ist natürlich Pad Thai, Reisnudeln in Soße und mit Ei, verschiednem Gemüse und zum Beispiel Hähnchen oder auch Meerestieren angebraten. Weitere gängige Gerichte sind zum Beispiel Pad Kra Pao, praktisch Hackfleisch angebraten in thailändischem Basilikum mit Reis, oder verschiedne Nudelsuppen, zum Beispiel, die wohl bekannteste: Khao Soi, die vor allem im Norden gegessen wird. In meiner Gegend wird vor allem „Nam Sai“ und “Nam Tou“ gegessen, das sind zwei Brühen. Diese Suppen sind sehr an die eigenen Präferenzen anpassbar. Nicht nur kann man normalerweise aus einer ganzen Reihe verschiedener Nudelsorten wählen, auch die Beilagen wie Eier oder das Fleisch ist selbst wählbar, man kann den Schärfegrad selbst bestimmen und verschiedene Kräuter oder Gemüse dazu essen, welche meistens kostenlos zur Verfügung stehen. Kleiner Fakt am Rande: „Nam“ bedeutet Wasser, und „Nam Tou“ Wasserfall, der Name dieser Brühe heißt also übersetzt Wasserfall. Der bekannteste Salat in Thailand heißt „Somtam“. Das ist Salat der vor allem aus Papaya besteht, zusammen mit noch anderem Gemüse und oder Obst, in einer sauer-salzigen Soße. Aber Thailand hat noch unendlich viele andere Salate mit komplett unterschiedlichen Zusammensetzungen und Zutaten, von Schweinefleisch Salat bis Nudelsalaten und dem schon bekannteren „Laab“. Salat aus Hackfleisch, Minze, Zwiebeln, Gewürzen und ursprünglich aus der Küche in Laos. Es gibt natürlich auch die ein oder andere Sache die nicht meinen Geschmack trifft aber der allergrößte Teil ist wirklich sehr lecker.